Im Herbst 2016 erhielt ich einen Anruf von David Burger, einem Künstlermanager aus Basel, für welchen ich immer wieder MusikerInnen fotografiere. Er erzählte mir begeistert von einem neuen Künstler, den er eben unter Vertrag genommen habe: Manuel Gagneux.
Sein Projekt Zeal & Ardor existierte als Band noch gar nicht, er wurde jedoch bereits vom amerikanischen Rolling Stone Magazin als einer der wichtigsten Newcomer gefeiert. Spannend, eine Geschichte wie aus einem Märchen – logischerweise wurde ich neugierig, nahm den Auftrag an und lernte somit Manu kennen.
Ich war zu dieser Zeit bereits seit weit über 10 Jahren als Fotograf tätig, meist in der Portrait- und Dokumentarfotografie, oft auch mit Musikern. Parallel dazu stieg mein Interesse am bewegten Bild stetig – denn gewisse Geschichten lassen sich in Still-Bildern einfach nur sehr schlecht erzählen.
Mit Olivier Joliat verbinden mich nebst einer langjährigen Freundschaft verschiedene dokumentarische Projekte im Musikbereich. Am bekanntesten ist sicher das Buchprojekt «The Moment after the Show», wofür wir Rockstars im Moment portraitierten, wenn sie verschwitzt von der Bühne kamen.
Als wir uns gegenseitig von dieser Sensationsgeschichte erzählten, wurde schnell klar, dass wir diese Geschichte filmisch begleiten würden. Ja fast schon müssen, wenn ein solches Märchen direkt vor unserer Haustüre stattfindet!


Der Startschuss dazu folgte sogleich, wir wollten auf keinen Fall die ersten Schritte seines Weges verpassen. Wir sprangen als unerfahrene Filmschaffende ins kalte Wasser, doch wir nahmen dies sehr gerne in Kauf, denn ein grosses Team hätte die Nähe zu unseren Protagonisten gestört. Es galt eher die Devise: minimalstes Filmequipment, welches auch im kleinsten Tourbus Platz findet.
Wochen später ging’s mit Zeal & Ardor auf ihre erste Europa Tour und es folgten viele Gespräche und Reisen mit Manuel und der Band. Einerseits gehörten wir nun fast schon zur Crew, andererseits wollten wir auch eine gesunde Distanz zu unseren Protagonisten wahren. Dies oft unter schwierigsten Drehbedingungen, spätabends, auf kleinstem Raum und mit wenig Licht. Grundsätzlich war es auch eine herausfordernde Erfahrung, einem Protagonisten zu folgen, welcher selbst stark auf der Suche war.
Es ist nicht nur Manu’s «Coming of Age» Geschichte, auch wir wurden während der langen Produktionszeit auf unsere Art erwachsen in der Filmwelt.
Glücklicherweise fanden wir nach über zwei Jahren mit der soap factory und Frank Matter endlich einen professionellen Hafen für unser Projekt. Auch dank seiner Unterstützung und unserem Editor Christian Büttiker nahm die Story Form an und findet nun nach über sechs Jahren ihren Schluss.